#17 Es ist November

Worte sagen viel, Taten die Wahrheit. (Unbekannt)

Neulich fragte ich mich, wie wäre mein Leben weitergegegangen, wenn das alles nicht passiert wäre? Könnte ich all die kleinen Wunder sehen, wie das Lächeln Fremder oder das Kinderlachen hören? 
Ich hätte einige mir sehr wichtige Personen nicht kennengelernt, die mich derzeit begleiten als auch unterstützen. Andere Menschen hätte ich nicht verloren und wiederum andere vielleicht nicht wieder gefunden.
Auf der einen Seite ist da der Schmerz um die Krankheit, die Angst der Ungewissheit mit dem großen Ballast und der Frage - wie werde ich weiterleben -  und auf der anderen Seite habe ich gar nicht viel verloren, sondern vieles dazugewonnen. Gefühle wie wahre Freundschaft, Herzensgüte, Liebe und Hilfsbereitschaft. Die 🎭 Kunst mit dem ganzen Herzen zu sehen, ja und nein zu sagen, die Einfachheit, das Leben zu lieben, mittels Qi Gong ruhiger zu werden und sich zu bedanken. Es ist für mich wichtig, dass ihr mir die Hand reicht und sie haltet. 
Es hilft mir zu glauben, stärkt mich und gibt mir Vertrauen und weiterhin den Glauben gesund zu werden und dafür möchte ich jedem Einzelnen danken. Danke, dass Ihr da seid. Mir kleine Überraschungen macht, Pakete 📦 schickt, mir etwas mit Liebe bastelt oder backt- an mich denkt oder gar hier lest und schreibt. Ein Küsschen dafür für jeden von Euch! 

Diejenigen, die nicht mehr an meiner Seite sind, verabschiede ich nicht mit Groll, sondern mit einem, ich wünsche Dir alles Gute, machs gut und geh deinen Weg. 

Der Krebs sortiert, das hatte man mir gesagt, danach weißt du, wer deine wahren Freunde sind und ja, dem kann ich zustimmen. Es ist kein leichter Weg, doch er ist noch immer machbar - 
davon bin ich überzeugt. 
Die erste neue Chemo habe ich intus, mir ist übel auf leeren Magen und ich bin müde, Muskelschmerzen und viel schlafen, sonst geht es gut. Sandra und ich waren gestern Abend bei einem Chinesen in einer Gruppe essen und ich konnte es perfekt vertuschen. Hat keiner gemerkt😋.
Ich habe zur Zeit intensive Träume, von der Familie und von Verstorbenen, die in meinem Herzen sind. Mein verstorbener Vater (Ziehvater) hat zu mir gesprochen, mich umarmt und gesagt: "Wir sehen uns in einem Jahr wieder, Eulchen." 
Im Traum wollte er mit seiner Freundin in der Chemo reisen gehen...und meine Mutter und ich haben ihn dabei unterstützt eine Menge an Schreibkram zu erledigen.
Ich habe die Bedeutung des Traumes noch nicht verstanden - vielleicht gelingt mir das auch erst in einem Jahr. 

Es sind noch elf Wochen Chemo. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Conrad (Samstag, 26 November 2016 21:47)

    You look beautiful. We'll have rises soon....

  • #2

    Susanne (Montag, 28 November 2016)

    Ich habe es nachgesehen: Wenn Du morgen die Infusion drin hast, bist Du ungefähr so weit wie ich damals im Sommer war, als ich Dir zum 1. Mal geschrieben habe. Erinnerst Du Dich? Du hattest noch keine 100%ige Gewissheit "nur" Angst. Und ich fand dieses ewige "Mach Dich nicht verrückt" von allen Seiten sooooo nervig ("Jetzt beruhigen Sie sich doch, es gibt eine 2%ige Chance, dass es kein Krebs ist!" ???) dass ich "Das klingt total nach Krebs, Du solltest folgendes tun..." geantwortet habe.
    Du dachtest, ich hätte schon soooo viel geschafft und wolltest es mir nachmachen...

    Siehst Du es? Es sind "nur" ein paar Monate... Und inzwischen kann ich von meinem jetzigen Standort aus schon am Horizont die Ziellinie aus dem Nebel auftauchen sehen. Also bleib stark!!! Es fühlt sich endlos an, aber es ist doch wahr: Es geht vorbei!!!

    Immer weiter. Schritt für Schritt. Ich bin bei Dir.

    Susanne (9 Monate Therapie-Marathon. Und wir haben Monat 9. Alles wird gut.)

Supergirls don't cry! Aber manchmal weinen sie! Sie schluchzen und müssen auch ins Tal der Tränen! Denn da muss man manchmal hin, damit das für die alte Seele auch erträglich ist! Es ist wie ein Hamam, danach kommt man butterweich und gefestigt zurück.