#19 Wunschzettel Leben

Der Wunsch ist der Vater des Gedankens. (William Shakespeare)

Wenn ich heute meinen Wunschzettel für den Weihnachtsmann abgebe, stünde folgendes darin geschrieben. 

Lieber Weihnachtsmann, 
es ist so lange her, dass ich Dir geschrieben habe und plötzlich erinnere ich mich an Dich und möchte Dir meinen Wunschzettel ins kalte Lappland zusenden. Ich wünsche mir eigentlich nur eines und das ist das Leben, ein erfülltes, glückliches und langes Leben. In allererster Linie wünsche ich mir gesund zu werden und gesund zu bleiben. Ich weiß, dass die Krankheit mich transformiert, dennoch möchte ich lebendig bleiben, Freude und Begeisterung spüren und stets glauben können, dass am Ende alles gut wird. Außerdem wünsche ich mir einen Partner an meiner Seite, mit dem ich auf Augenhöhe bin und in dieselbe Richtung blicken kann, einen Mann, der mich und meinen Kern liebt und gemeinsam mit mir den Träumen fliegen lernt. Wenn es das Schicksal so will, möchte ich eines Tages eine Familie gründen und meine Kinder großwerden sehen. Im Pro Bono Bereich würde ich gerne wieder aktiver sein und Sozialprojekte unterstützen, die mir wirklich am Herzen liegen. Ich möchte weniger Kopfmensch sein, sondern mehr meinen Impulsen folgen, Entscheidungen für gut halten und zufrieden sein. Mich mit Menschen umgeben, die mir guttun und auch den Kontakt zu meiner Familie pflegen-die Wurzeln sehen- von denen ich komme. 
Ein weiterer sehr wichtiger Punkt für mich ist das Reisen, immer wieder reisen und die Welt entdecken, weil es für mich dazugehört wie das Atmen.
Lieber Weihnachtsmann, all das sind meine Herzenswünsche und ich wäre Dir so dankbar, wenn Du sie erfüllst.
Fröhliche 🎄 Weihnachten wünscht Dir, Susann

Tina aus Düsseldorf ist zu Besuch, wir waren shoppen bei Schustermann & Borenstein- einem Outlet im Münchener Norden, da wir beide gerne essen und kochen 🍳, ging es anschließend zum Käfer Delikatessen Markt an der Münchener Freiheit. Viel zu viel Geld haben wir dort gelassen und dafür abends daheim die Leckereien vernascht.
Ich liebe Walnussbrot mit französischen Camembert, sehr fein. Tags darauf haben wir uns auf Weihnachten eingestimmt, "Tatsächlich Liebe" angeschaut und a capella Weihnachtslieder angehört. Das große Fest rückt täglich näher, in knapp drei Wochen ist alles wieder vorbei. Meine Schwester sehe ich dann endlich wieder, meine Mutter kommt zu Besuch und wir fahren über die Feiertage nach Kempten ins Allgäu. Zudem geht es für mich das erste Mal ins Schloss Neuschwanenstein, ich habe schon Karten für den Rundgang vorbestellt. Damit haben wir dann drei große Schlösser von Ludwig ll. besichtigt, Haken dran, Teilprojekt vollendet. 

Was hat sich noch ergeben? Ich habe begonnen wieder eine andere Welt zu sehen, ich nehme Menschen anders war, erkenne plötzlich andere Betroffene und sie sehen mich. Sei es, dass dieser im Rollstuhl ist oder an mir vorbeiläuft. Es ist ein ganz besonderer Augenblick verbunden mit einem tiefen Blick in die Seele - es ist ersichtlich, dass dieselbe Sprache gehört und gesprochen wird auch wenn ich weitergehe. Ich frage mich, ob diese Sichtweise bleibt... oder nur jetzt zu sehen ist, wo die Krankheit in mein Leben gekommen ist.

Meine Freundin Henni sagt, ich soll mich nur noch mit Menschen umgeben, die mir gut tun - das ist richtig, aber auch das muss ich lernen. 

Der Rosenbusch "Sue" in Neuseeland - danke, Conrad.

Treffen mit lieben Freunden am zweiten Advent.

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Kommentare: 2
  • #1

    Conrad (Montag, 05 Dezember 2016 06:12)

    Hi Sue

    So happy to see that picture, I'm happy to know you. The rose has suddenly gotten 5 flowers at the same time. I enjoy every moment I look at her.

    Hope to chat again soon, I si enjoy...

  • #2

    Susanne (Montag, 05 Dezember 2016 07:09)

    Liebe Susann, lieber Weihnachtsmann,

    Es ist Weihnachtszeit und es ist Zeit zu wünschen.
    Und ich stelle mit Erstaunen fest, dass die größten und anspruchsvollsten Wünsche in unserer Gesellschaft als "bescheiden" gelten, während die vergleichsweise leichten und einfachen Wünsche als "gierig" und "anspruchsvoll"...

    "Ich wünsche mir nichts weiter als Glück und Gesundheit für alle Menschen" sagte eine Frau gestern im Radio und schien das aufrichtig für "wenig" zu halten???

    Wenn das SO ist, lieber Weihnachtsmann, habe auch ich "nur" ganz "bescheidene" Wünsche. Ich bin ausgesprochen artig gewesen dieses Jahr. Habe immer meine Chemo genommen und brav alles getan, was mir die Ärzte gesagt haben. Und ich möchte "nichts weiter" als dass meine Therapie Erfolg hatte. Wünsche mir "nur" dass meine Lieben gesund und bei mir bleiben, die nächsten Jahre.
    Mit Freude verzichte ich auf "anspruchsvolle" Wünsche wie Auto oder Diamantring. Weihnachtsmann, Du brauchst Dich da wirklich ABSOLUT gar nicht zu bemühen!!! Für SOLCHE Dinge habe ich einen Bankberater. Konzentriere Du Dich ganz auf das "bisschen" Gesundheit, okay?

    Was für seltsame Wertvorstellungen wir doch haben...

    Ich wünsche allen gesunde, glückliche und wenn das zu viel gewünscht ist wenigstens lebendige Weihnachten!

    Susanne

Supergirls don't cry! Aber manchmal weinen sie! Sie schluchzen und müssen auch ins Tal der Tränen! Denn da muss man manchmal hin, damit das für die alte Seele auch erträglich ist! Es ist wie ein Hamam, danach kommt man butterweich und gefestigt zurück.