#24 Schöne stade Zeit

Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Wir haben es getan, Mama und ich waren im Schloss Neuschwanstein - Wunscherfüllung. 15 Zimmer hat Ludwig ll. fertig bekommen, 80 wären es im Ganzen gewesen. Das Schloss hat mir gut gefallen, es gab viel zu sehen, einen Altar im Schlafgemach, ein buddhistisches Lebensrad aus Mosaiken im Thronsaal und goldene Säulen aus dem Byzans, tolle Malereien eines Theatermalers und selbstverständlich blaue Vorhänge bestickt mit Schwänen. Ludwig ll. plante noch die Burg Falkenstein im Umkreis zu bauen, dies blieb jedoch eine Vision und wurde auch nach seinem frühen Tode nicht mehr realisiert - irgendwie schade im Nachgang, aber auch verständlich, wenn man sieht, wieviel Geld er für seine Träume ausgegeben hat. Zumindest sind noch weitere Schlösser aus seinen Lebzeiten vertreten, es gibt noch eine Residenz am Schachen, welche man mit einer Wanderung kombinieren kann und hier in München natürlich Schloss Nymphenburg, seine Geburtsstädte. Und wenn wir es ganz genau nehmen, gehört Hohenschwangau auch dazu. Manche Projekte sind dann doch länger als gedacht, da hatte ich mich zu früh gefreut mit Haken dran.
Die übrigen Weihnachtstage waren meine Mutter und ich in Bad Waldsee, das ist ein hübscher Kurort, der bezüglich der Reha in Frage käme, falls ich nicht nach Bad Überkingen oder doch noch ans Meer 🌊 
fahren sollte. 
Kempten war auch schön, windig aber gemütlich. Wir sind durchs Zentrum flaniert, waren ungarisch essen und haben im "Lenz im Hirsch" geschmaust, hervorragende Küche und sehr zu empfehlen-alle Daumen hoch 👍🏻. Im Ganzen waren es gelungene drei Tage: Viele Märchen im TV gesehen, auch drei Haselnüsse für Aschenbrödel, dann Independence Day - und Zeit zusammen verbracht. Ich hoffe, Ihr hattet auch geruhsame Tage mit Euren Lieben.

In der heiligen Nacht habe ich vom jungen Jesus geträumt, dem jungen Knaben mit dem goldenen lockigen Haar. Drei Mal ist er mir im Traum erschienen, zuletzt mit Heiligenschein, wobei er stets friedlich gelächelt hat. In der Zeit der Rauhnächte träumen wir die Vorhersagungen fürs Neue Jahr heißt es - ich bin etwas abergläubisch, was das angeht und schaue dann gerne zwei Mal hin, wenn ich mich an den Traum erinnere. 

Wiederum meine Uromi sagte immer, man solle jetzt keine Bettwäsche waschen, da dies Unglück bringe - demnach ging es nicht nur mir so mit dem Aberglauben in der Familie.

Die stade Zeit ist eine besondere Zeit. Brauchtum, Gedanken, Erinnerung, Ziele setzen und überhaupt. Für mich ist es auch eine Zeit um zurückzuschauen, auf was war, was ist und was sein wird. Momentan bin ich ruhig, die Stimme in mir ruft nicht, sie ruht, die Brust sticht immer wieder, die Muskeln und Knochen schmerzen. Ich erwische mich beim Jammern...

Das sind die Starken der Welt: die unter Tränen lachen, eigene Sorgen verbergen, und andere glücklich machen. (unbekannt)

Mama reist heute wieder ab nach Dresden. Sie freut sich auf die 🚂 Zugfahrt. Ich war sehr früh wach, am gestrigen Abend sämtliche Nebenwirkungen gehabt. Heute stehen keine Arzttermine an, sondern brunchen mit Fabi und Nina und am Nachmittag ein Spaziergang im Nymphenburger Schlosspark. Morgen wieder Chemo, dann sind es noch sieben.

Ich wünsche Euch eine schöne stade Zeit.

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Kommentare: 1
  • #1

    Conrad (Mittwoch, 28 Dezember 2016 10:37)

    What a wonderful place that is, we went and saw the summer palace too. It must have been nice to have some normal time during the last few days. Hope you enjoy the next few days too and hope to chat again soon. Love you lots and thinking of you.

Supergirls don't cry! Aber manchmal weinen sie! Sie schluchzen und müssen auch ins Tal der Tränen! Denn da muss man manchmal hin, damit das für die alte Seele auch erträglich ist! Es ist wie ein Hamam, danach kommt man butterweich und gefestigt zurück.