#25 Einfach Vertrauen

Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen. (unbekannt)

Hach ja. Die nächste Chemo ist drin, bei mir läuft es, ein schönes Gefühl. Ich bin zufrieden, wahrlich. Ab übernächster Woche versuchen wir die Chemo immer mittwochs zu machen. Einen Tag vorher, damit wir mehr Puffer haben. Wenn alles gut geht, habe ich die letzte Chemotherapie am 22.2..

Letzte Woche haben zwei neue und junge Patientinnen mit der EC begonnen. Sie taten mir so leid, ich habe beiden meine Nummer gegeben, falls sie Fragen haben. Sie waren neugierig, fürchteten sich und waren unbedarft...eine spielte mit Lola und war ganz perplex, wie echt eine Echthaarperrücke ausschauen kann. 

Ich bin so dankbar für meine Helfer. Susanne, die die Behandlung abgeschlossen hat und nun bald zur Kur fährt und mich quasi seit Tag 1 begleitet. Sie ist für mich ein großes Vorbild geworden und hat mir gezeigt wie ich erwachsen mit der Erkrankung umgehe, wo ich Wissen finde und wie ich es sammle und auch wie ich es wirklich schaffe mutig und standhaft zu bleiben. Nina und Fabi, die ich in der Erkrankung traf und die beide so sehr positiv sind, dass es einfach Spaß macht Zeit zusammen zu verbringen. Eva, die ich in der ersten Chemo kennenlernte und der ich für die lieben Worte und Tipps für Hausmittel danke und mich freue, wenn wir bald wieder gemeinsam Qi Gong machen. Und natürlich Euch meinen Freunden in Düsseldorf, München, Berlin, Dresden und im Ausland sowie meiner Familie in Berlin, Bayern, Baden Würtemberg und Sachsen. Ich möchte Euch gerne DANKE sagen, es hilft mir wirklich sehr durchzuhalten.

Ohne Partner zu sein ist in der ganzen Erkrankung nicht leicht, oft sehne ich mich nach jemanden der mich hält, wenn es mal nicht so gut geht. Auf der anderen Seite hätte das auch einiges abverlangt - von daher ist es wahrscheinlich gut, wie es ist. Und es heißt ja nicht, dass es so bleibt. Ich vertraue noch immer, dass alles gut wird. Dass wir das schaffen, dass ich gesund werde und bleibe und wünsche es Euch allen für 2017.  Bleibt gesund und habt ein glückliches Leben! Seid zufrieden mit dem was Ihr habt und falls dem nicht so ist, dann wünsche ich Euch den Mut und die nötige Kraft es zu ändern. Für mich ist es das Wichtigste geworden auf mein Inneres zu hören und nicht auf das, was andere von mir erwarten. Denn es ist mein Leben, und wir leben nicht auf immer und ewig hier. Ich hoffe sehr, dass ich das durchsetzen kann und nicht wieder in alte Muster falle. Derzeit überlege ich Klarheit zu bekommen, wie und auch wo ich leben will. Ich bin wirklich gespannt, wohin es gehen wird - wann der Zauber des Anfangs wieder Einkehr hält.

Die Liebe zwischen zwei Menschen lebt von den schönen Augenblicken. Aber sie wächst durch die schwierigen Zeiten, die beide gemeinsam bewältigen. (unbekannt)

Ich habe meine Wohnung ein wenig verändert, eine liebe Freundin wird umziehen und übt sich im Loslassen und ich habe einen rosa Sessel und eine alte Waschkommode bekommen. Im Wohnzimmer hängt nun "Der Kuss" von Gustav Klimt. War ein Weihnachtsgeschenk aus Düsseldorf, ich habe mich sehr darüber  gefreut. Wie oft habe ich erzählt, dass ich eben dieses Bild auf Leinwand möchte, seit drei Jahren bestimmt- merci fürs Zuhören und fürs Schenken. Mein Rehasport wurde wieder verlängert, einmal die Woche mache ich Krankengymnastik am Gerät, schon mal Einstimmen auf das Leben danach. Regelmäßiger Sport soll ein Rezidiv um 30
Prozent minimieren. Ich bin ja seit letztem Januar im Fitnessstudio angemeldet, zur Zeit ist mein Vertrag um ein Jahr gestundet wegen der Krankheit, da werde ich dann ab Sommer 2017 wieder 3-4 Mal die Woche zu finden sein oder eben auf Reisen. 😳
Heute ist Silvesternacht. Ich verbringe tagsüber den Tag mit Steffi am Schliersee und abends gehen wir gemeinsam zum Essen zu Sandra im kleinen Kreise. Feiert schön und rutscht gut rein!😘

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Kommentare: 2
  • #1

    Susanne (Samstag, 31 Dezember 2016 19:55)

    Danke für die Blumen. :)

    Ich glaube, dass es ein Phänomen dieser Krankheit ist, das uns dazu bringt, das Wissen und die Erfahrungen, die wir in der Therapie gemacht haben weiterzugeben... Es klingt als seist Du jetzt soweit auch die andere Seite kennen zu lernen: Das Weitergeben dessen, was wir gelernt haben.

    Du hast mich mal gefragt, warum ich Dich damals aufgelesen habe... und ich hatte keine gute Antwort. Ich weiß nur: Heldentum war es nicht... Vielleicht tut es einfach gut, dass die Erfahrungen, die wir gemacht und teuer bezahlt haben, nicht einfach "verschwinden" sondern weiter gebraucht werden?

    Mein "Chemocoach" (wie sie mal schrieb) hat versprochen mich in der Reha zu besuchen. Wie es wohl sein wird eine Internetfreundin persönlich kennen zu lernen, die ich in einem Atemzug mit Mutter Theresa und Florence Nightingale nennen würde - und die ihrerseits schwört "nichts" getan zu haben?

    Wie gesagt: Krebs lässt uns ganz besondere Bindungen eingehen. :)

    Also genieße Deine "Aufnahme" in die Runde der "Chemo-Heldinnen". Deine beiden Schützlinge werden Dich klug und belesen finden. Sie werden sagen Du hättest schon so viel geschafft, seist tapfer gewesen, mutig und sooooooo hilfreich. Anfangs wirst Du noch denken sie hätten Unrecht. - Später wirst Du "Ich hab doch gar nichts getan" denken. :) Und DANN wirst Du hier nachlesen können, dass es sich SO anfühlt. "Nichts getan" Und trotzdem ist es die Wahrheit.- Eigentlich wie ein Wunder...

    Also: Es ist mir ein Vergnügen und eine Ehre.

    Und den Rest von Deiner Scheiß-Chemo kriegen wir Superheldinnen jetzt auch noch rum!!!!!! Wär' doch gelacht!!!

  • #2

    Franzi (Sonntag, 01 Januar 2017 19:48)

    Ihr beiden Susis... :) euch "zu" lesen zu dürfen ist ein großes Geschenk!
    Ich bin Mama eines fast 2 jährigen Sohnes u habe so oft gedacht, wie schwer mein Leben ist... dabei seid ihr es, die
    Soviel
    Schmerz erleiden, aber positiv und voller glauben und Mut durch eure schweren Zeiten geht! Eure Texte besinnen mich sehr. Dafür möchte ich Danke sagen!!!