#38 Künstlicher Wechsel

Man soll sich nicht ärgern, dass der Rosenstrauch Dornen trägt. Man soll sich freuen, dass der Dornenstrauch Rosen trägt! (Volksweisheit)

Leben, das wollen wir doch. Einfach nur leben, am besten glücklich. Ich habe ein bisschen Fasching / Karneval gefeiert. Letztes Jahr war ich beim Bäckerball in Aachen und habe einen Karnevalsorden vom Prinzen bekommen, seitdem führe ich diesen stolz zur närrischen Zeit aus. 
Dieses Mal habe ich es zumindest auf drei Stunden Sause geschafft. Tat gut alles wegzutanzen. 

Der Ärztemarathon hat begonnen. Mein Frauenarzt wird meinen Fall bei einer Konferenz vorstellen. Ich habe ihm meine Mammographie mitgebracht von Juli 2016.

Der Strang an der Brust nennt sich im Übrigen Morbus Mondor.
Das ist eine Venenentzündung. Diese dauert etwa drei Monate bis sie von selbst wieder verschwindet.
Beide Tumore sind nicht mehr auf dem Ultraschall zu sehen und auch nicht mehr zu spüren. Ein gutes Zeichen.

Bei meinem Gynäkologen sind seit Weihnachten neue Fälle von Brustkrebs aufgetreten, die jüngste Patientin ist 42 Jahre alt. 
Das normale Durchschnittsalter für diese Erkrankung liegt bei 64 Jahren.

Mein Körper ist aufgeschwemmt. Ständig schwitze ich, liege nachts schlaflos wach und klage über Schmerzen in den Gelenken und Knochen. Der Rücken macht mir zur Zeit große Probleme.
Die Antwort für viele Symptome ist simpel. Es sind die Nachwirkungen der Therapie. 

Ich bin in den künstlichen Wechseljahren angekommen. 

Mein Gynäkologe bat mich die nächsten zwei Jahre abzuwarten, ob sich mein Körper wieder einpendelt oder eben nicht. Durch die Therapie kann ich unfruchtbar werden.
Und sonst? Würde ich gefragt, ob ich glücklich bin. Wunder Punkt. Tränen standen in meinen Augen. 
Auch die Zeit der Krankheit hat ein bestimmtes Gefühl nicht geändert. 
Denn ich habe meine Heimat nicht gefunden. 

Manchmal habe ich das Gefühl, ich habe mir selbst was vorgemacht. Vielleicht war es das Klammern an die letzte Partnerschaft, vielleicht das Schönreden, vielleicht die Meinung der Anderen. Ich habe zumindest nicht auf mich gehört. Auf das, was ich will.

Sehen wir es so, ich bin ein Wanderer und da ist der Weg das Ziel.
Kurzfristig habe ich ein kleines Fotoshooting bei Itzik Yehezkeli wahrgenommen. 
Ich wollte gern Ade zu meinen Brüsten sagen. Eine Erinnerung schaffen. 

Die Chemotherapie hat meinen Körper sehr verändert. Ich gehe mittlerweile zwei Mal die Woche zur Krankengymnastik am Gerät. Auch ein neuer Qi Gong Kurs hat begonnen. Sport ist wichtig. Es mindert die Schmerzen, die Fatigue und stärkt die Person. Zukünftig werde ich sehr viel Sport machen.

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Kommentare: 2
  • #1

    Nicole (Freitag, 03 März 2017 09:00)

    Beim Sport bin ich mit dabei!!!!

  • #2

    Melli (Freitag, 03 März 2017 17:43)

    Oh ich versteh das Klammern an Partnerschaften, das Leben darauf ausrichten und sich, den eigenen Weg dadurch nie wirklich selbst zu entdecken. Zurück bleibt man leer und orientierungslos, unausgeglichen. Vielleicht ist das unsere Generation? Zu viele Möglichkeiten, Wege, alles offen halten, nie festlegen. Ich wünsche dir sosehr dass Du Deine eigene Heimat findest Süße! Drück Dir ganz fest die Daumen

Supergirls don't cry! Aber manchmal weinen sie! Sie schluchzen und müssen auch ins Tal der Tränen! Denn da muss man manchmal hin, damit das für die alte Seele auch erträglich ist! Es ist wie ein Hamam, danach kommt man butterweich und gefestigt zurück.