#40 Wunder geschehen

Es gibt nur zwei Tragödien im Leben: Die eine liegt darin, nicht zu bekommen, was man ersehnt, die andere, es zu bekommen. (Oscar Wilde)

Wunder geschehen tatsächlich.
Sechs Tage später rief mich die Sachbearbeiterin der Kasse erneut an. 
Sie teilte mir mit, dass sie mehrmals mit meinen Ärzten telefonierte und den Fall nochmals intern besprochen hätte.
Auch wenn der Gutachter die Operation ablehnte, wird sie den Antrag nun bewilligen. Puuuhhh! Gott sei Dank!
Ich war so baff, dass ich nochmals um die Wiederholung des letzten Satzes bat: 
"Das Bewilligungsschreiben geht Ihnen in Kürze zu."
Wunder geschehen...fassungslos glücklich und erleichtert war ich. Viel lieber so, als immerzu kämpfen.
 
Tags darauf flog ich nach Spanien. Das Wetter war traumhaft, als ich ankam. Es roch nach Frühling, 26 Grad, ein leichter Wind vom Meer kommend. 
Die Meerestemperatur betrug 16 Grad, so dass ich die Füße ins Wasser tauchte. Fühlte sich großartig an.
Meine Freundin und ich besuchten die Tropfsteinhöhle von Nerja. Wir aßen zu Abend in Benáldemar und wanderten durch einen Nationalpark namens "El Torcal". Dort kletterte ich um die Felsen herum und genoss es meine Kraft zu spüren und mich selbst zu challengen. 

Das Hostel war gut gebucht. Es gab jeden Tag frisches Obst, Tee und Kaffee. Ich kam gut zurecht, es machte Spaß Spanisch zu sprechen und Ausflüge zu machen. Die Costa de Sol ist eine wunderschöne Gegend und es gibt so vieles dort zu entdecken. 
Ich hätte gerne einen Ausflug nach Marokko 🇲🇦 gemacht, jedoch ging das nicht. Denn die Schmerzen kamen abends zurück. Die altbekannten Schmerzen in den Gliedmaßen, das Gefühl einer alten Frau eben. Da half nur eines, ausruhen, schlafen sowie chillen.
In Spanien gibt es ein bekanntes Sprichwort: Wenn du Granada nicht gesehen hast, hast du noch nichts gesehen. 
Somit fuhr ich nach Granada zur Alhambra. Für alle Paläste, Ausstellungen und Gärten benötigte ich in etwa drei Stunden. Die Anlage der Alhambra war riesig und in einer wunderschönen Landschaft eingebettet. Ich genoss die Ausblicke aus den Bauten. Als ich zum Parkplatz zurücklief, kam mir eine Zigeunerin entgegen. Sie las aus meiner Hand, versprach mir ein glückliches und langes Leben und dass ich Mutter zweier Kinder werde, einem Mädchen und einem Jungen. Dann schaute Sie zum Himmel und sagte mir, dass Gott mich heilen werde. Ein Rosmarin fiel dabei zu Boden. Als ich ihn aufhob, nahm sie meinen Arm und sagte - alles wird gut, mein Mädchen...

Die Liebe ist unsichtbar und kommt und geht wohin sie will, ohne dass sie jemandem Rechenschaft über ihre Taten ablegt. (Miguel de Cervantes)

Übrigens gibt es mindestens drei Berühmtheiten, die aus Andalusien stammen. Cervantes, Picasso und Antonio de Banderas... ab und an fragen das die Einheimischen die Touristen. 

Die letzten zwei Tage waren kühl und verregnet, nichtsdestotrotz hatte ich eine gute Zeit. Nun geht es zurück nach München, noch zwei Blutabnahmen bis zum Check in ins Krankenhaus. Ich hoffe, dass sich die Blutwerte erholt haben.
Am Samstag kommt meine Schwester zu Besuch. Erfreue mich noch immer, dass ich reisen konnte. Hasta luego - bis bald! 

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Kommentare: 3
  • #1

    Eva (Dienstag, 14 März 2017 21:44)

    Toll, dass Du Kraft tanken könntest und schöne Erlebnisse hattest.
    Und nun: Toi, toi, toi für die OP!!

  • #2

    Benny (Dienstag, 14 März 2017 22:28)

    Super Nachrichten!!! Drücke Dir weiter fest die Daumen, dass alles gut wird! �

  • #3

    Franzi (Mittwoch, 15 März 2017 08:22)

    Liebe Susl,

    alles Liebe für deine bevorstehende OP. Die Zigeunerin hat Recht: Alles wird gut! :)
    Ich hoffe, dass wir uns bald sehen.
    Liebe Grüße aus Berlin

Supergirls don't cry! Aber manchmal weinen sie! Sie schluchzen und müssen auch ins Tal der Tränen! Denn da muss man manchmal hin, damit das für die alte Seele auch erträglich ist! Es ist wie ein Hamam, danach kommt man butterweich und gefestigt zurück.