#43 Fiebrigkeit

Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich. (Aus Afrika)

Das Fieber kam zurück. Mit 38,6 Grad am Tag vier startete es abends, eine Stunde später waren es 39,2 Grad. Ich bekam wieder Novalgin und konnte es auf 38.6 Grad runtersetzen. 
Die Nachtschwester hielt ich sehr auf Trab.       
Ich hatte Angst und war somit als Patientin anstrengend. Niemand wusste, was ich habe. Die Dienstärztin entnahm mir Blut um Blutkulturen anzulegen. 
Eine Urinprobe folgte. Es ist unverständlich - seit der Op nehme ich Ibuprofen und Antibiotika prophylaktisch. 
Vielleicht ist es einfach die Größe des Eingriffes und der Körper kämpft... ich warte ab, was die Ärzte sagen.

Meine Mutter verlängerte ihren Urlaub, da ich nun länger in der Klinik blieb. Sie besuchte mich fast täglich und war sehr fürsorglich. Überhaupt gab es reichlich Besuch. Mitpatientinnen, Freunde, meine Tante und Kolleginnen. Das war sehr lieb und stets eine große Freude für mich! Danke für die Mitbringsel und Blumen 🌺.
Die schönste Nachricht erreichte mich am Dienstag um acht 🎱 Uhr mit der Visite. Das pathologische Ergebnis war da.
Ich habe eine Komplettremission geschafft! Regressionsgrad vier nach Sinn. Wie gewünscht! Das macht mich so glücklich, denn das verspricht mir eine sehr gute Prognose. Ich brauche lediglich Zeit zu Kräften zu kommen. Am besten gelingt mir das mit ein bisschen Glitzer am Tag!

Seitdem das Fieber weg ist, fühle ich mich besser und war auch zwei Mal länger spazieren. Übers Wochenende bleibe ich in der Klinik. Vielleicht geht es am Montag nach Hause. Zu den Blutkulturen gibt es noch kein finales Ergebnis. Dennoch bekomme ich mindestens einmal täglich erhöhte Temperatur. 

Ich bin fein mit dem Ergebnis der Brustop. Beide Ärzte haben das wirklich toll gemacht. Ich bin nur perfektionistisch veranlagt und zu ungeduldig. 
Das Ergebnis wird sicher super werden. Bei der heutigen Visite hieß es mindestens drei Monate warten und ca. 6 Wochen den Spezialbh tragen. Der Stuttgarter Gürtel wurde am Donnerstag wieder entfernt. 
Sollte tatsächlich eine Delle bleiben, würde das mit Eigenfett problemlos behoben werden können.

Ich habe diese Woche meine Zeit im Krankenhaus für zahlreiche Gespräche genutzt, ich war sogar bei der Seelsorge. Sicherlich fragt Ihr Euch, warum ich das tu? Ich bin froh, dass ich das Finale geschafft und gut überstanden habe. Ein wenig graut es mir nun nichts zu tun - gar in ein Loch zu fallen. Durch die Krankheit habe ich mich sehr gut kennengelernt, jedoch noch immer keine Antwort, auf die Fragen, die mich im Inneren beschäftigen. Ich suche meinen Weg und irgendwie meine Bestimmung fürs Herz. 

Für einige Menschen ist das unverständlich und ich würde gerne mitteilen, dass ich ab sofort die alte Susl bin - aber dem ist nicht so. 

Ich muss mir Zeit nehmen, alles zu verarbeiten und auch meine emotionale Stabilität finden. Sicher hilft hier auch die Kur im Mai.

Glück heißt seine Grenzen kennen und sie zu lieben. (Romain Rolland)

Mir einzugestehen, dass ich Zeit brauche, ist die Erkenntnis dieser Woche. Dazu Aufmerksamkeit und ein liebes Wort. Das Wichtigste jedoch ist Wertschätzung für
mich als Mensch.

Ich wünsche allen ein wundervolles Wochenende mit lieben Worten. Tut Euch etwas Gutes.

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Kommentare: 2
  • #1

    Markus (Samstag, 01 April 2017 13:11)

    Ich glaube ja, die Suche wird nie aufhören... das einzige was vielleicht leiser wird ist die Angst, nicht anzukommen... denn vielleicht geht es darum gar nicht im Leben... Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst, hat mal ein schlauer Mensch gesagt... neugierig sein, was das Leben so für Dich bereit hält und das, was kommt, annehmen und daran wachsen in dem Vertrauen ins Leben

  • #2

    Conrad (Dienstag, 04 April 2017 21:35)

    I follow your change so closely, and I see that spell and spark in you that I saw from the very first time. Your fire will be stronger and will shine brighter in my eyes. You are truly a special person in my eyes.

Supergirls don't cry! Aber manchmal weinen sie! Sie schluchzen und müssen auch ins Tal der Tränen! Denn da muss man manchmal hin, damit das für die alte Seele auch erträglich ist! Es ist wie ein Hamam, danach kommt man butterweich und gefestigt zurück.