#46 Luftsprünge

Alle Menschen machen sich, wie zu allen Zeiten, auch jetzt noch zu Sklaven und Freien; denn wer von einem Tag nicht mindestens ein Drittel für sich hat, ist ein Sklave, mag er Minister oder Arbeiter sein. (F. Nietzsche)

Der Frühling hat Einzug gehalten. Ich habe einige Spaziergänge durch Wald 🌳 und Wiesen gemacht. Es riecht so toll. Insbesondere gefallen mir blühende Magnolien. Die Natur wächst. Alles ist ein Blütenmeer. 
Wenn die Sonne scheint und die Vögel zwitschern, ist das Leben fast perfekt! Dann sehe ich sie, die Vergissmeinnicht - und denke an Papa. Papa im Himmel - ich schick' dir einen Kuss.

Es geht mir von den Schmerzen her besser.
Zumindest von den körperlichen Beschwerden. Ich kann die Arme heben und mich im Alltag leichter bewegen. Die Brüste fühlen sich eher an wie ein schwerer Muskelkater. Auszuhalten.
Seit der dritten Woche hat die Lymphdrainage begonnen. Weiterhin übe ich mich in Krankengymnastik am Gerät in Nymphenburg und nehme an einem Qi Gong Kurs in Schwabing teil. 
Das Nichtstun mit Hans guck in die Luft ist über Ostern geplant. Einige liebe Menschen wollten mich nach Dresden mitnehmen, eine schöne Idee. Ich sagte nein. Ich wollte nicht. 

Ich bleibe zu Hause in München. Ausmisten. Aufräumen. Oder eben Nichtstun.
Meine Freundin Steffi nennt das ein Date mit sich haben. Finde ich eine schöne Beschreibung. Was ist der Grund, dass ich Zeit allein brauche?

Die Psyche macht mir zu schaffen. Ich muss lernen mich besser abzugrenzen, sobald mir jemand nicht mehr gut tut. Mir seine Sachen auflädt, immerzu jammert, egal - ob über schlimme Krankheiten, unglückliche Beziehungen oder viel zu viel Gewicht ...
Beim dritten Mal Jammern muss ich lernen👎 nein zu sagen.

Ich will für andere da sein, merke jedoch, dass es mir gleichermaßen zu viel wird. Weil ich Kraft und Geduld benötige um auf mich zu schauen. Weil ich genesen will! Genesen im Ganzen.

Also muss ich lernen:
Nein zu sagen. Stopp zu äußern. Meine Wünsche nennen. 
Denn ich will Erfolge hören. Positiv sein. Das Leben lieben. 

Die Brüste sind noch geschwollen.
Ich fühle etwas. Es ist nicht wie vorher, aber es ist da - noch klamm - doch da.
Kleine Luftsprünge mache ich innerlich. 
Ich denke an das Gefühl der Weiblichkeit zurück. Ans Frausein. An ein Zurück ins Leben mit all dem, was dazugehört. Ich bin optimistisch. Leben. Lieben. Durchatmen.

Ich wünsche Euch schöne 🐣 Osterfeiertage.

Wenn du von anderen annimmst was du nicht willst, so wirst du auch einiges tun, das du nicht willst. (Helga Schäferling)

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Kommentare: 3
  • #1

    Ninerl (Freitag, 14 April 2017 17:52)

    Schön dass du sowohl NEIN als auch JA sagst. Busserl Meine Liebe

  • #2

    Tobi (Freitag, 14 April 2017 18:25)

    Ich wünsche Dir schöne Ostertage!!!
    Liebe Grüße Tobi

  • #3

    Alexandra (Samstag, 15 April 2017 16:16)

    Schoen gewählte Worte. Erhol dich und genieß die Osterzeit.
    Dicken Kuss

Supergirls don't cry! Aber manchmal weinen sie! Sie schluchzen und müssen auch ins Tal der Tränen! Denn da muss man manchmal hin, damit das für die alte Seele auch erträglich ist! Es ist wie ein Hamam, danach kommt man butterweich und gefestigt zurück.