#53 Next step

Wer, wenn nicht wir? Wo, wenn nicht hier? Wann, wenn nicht jetzt? (Volksweisheit)

Tatata. Ich war eine Woche weg. In Ligurien, die italienische Riviera liegt zwischen Genua und La Spezia. Das Wegfahren war recht spontan. Eva, eine Mitpatientin und Freundin, fragtemich, ob ich sie in ihr Sommerhaus begleiten möchte. Ich stimmte sofort zu. 
Palmen, Oleander, Vogelgezwitscher, Zirpen und tolle Küstenblicke. Ein weites Meer, wenig Deutsche trotz der Pfingstferien. Einige Franzosen, Engländer und Amerikaner. Viele Inlandtouristen, vor allem Milanesi. Sestra, St. Margherita, Portofino, Camogli, Sori... ein großes Like - weniger dem Schick - mehr dem Ursprünglichen. Danke nochmals für die Einladung!! Es war traumhaft schön.

Rückblickend hat mir die Woche sehr gut getan. Bis auf Qi Gong habe ich mich wenig bewegt, dafür viel geschlafen. Ich bin etwas zur Ruhe gekommen und habe reichlich geschlemmt. Mal eine Woche keine Termine oder Verpflichtungen.

Die Wunde heilt, es fehlen noch 20 Prozent, dann sollte sie zu sein. Damit bleibt die Reha für den 11. Juli angesetzt. Ich bin diesbezüglich optimistisch.

Letzten Dienstag wurde das Radiointerview auf Bayern 2 ausgestrahlt. Es dauert etwa 20 Minuten im Ganzen. 
Die Hauptrolle nimmt Tim ein, er erzählt von seinem Alltag während der Behandlungen. Final betrachtet, sind wir sechs junge Erwachsene, die von ihren Erfahrungen berichten. 
Diejenigen, die das Podcast hören möchten, können es unter folgendem Link online abrufen:

Mein erster Arbeitstag steht fest. Es wird der 14. August sein, ein Montag. Wir planen eine sechswöchige Wiedereingliederung. Sollte ich mehr Zeit brauchen, verlängern wir diese. Danach plane ich eine vier Tage Woche bis zum Ende des Jahres. Damit baue ich meinen Resturlaub ab und übe mich in einer 32 Stunden Woche. Ich bin sehr gespannt darauf.

Neulich wurde ich gefragt, wie lange sich ein Jahr Krankheit anfühlt? 
Ehrlich gesagt bei weitem länger als ein Jahr. Es ist eine Geduldsprobe ohne Ende. 
Ich habe eher das Gefühl um Jahre älter geworden zu sein. Auf der anderen Seite habe ich mich noch nie so sehr mit mir beschäftigt, wie in dieser Zeit. 

Meine Freunde sind glücklich, dass es mir besser geht. Sie freuen sich, dass ich entspannter bin und die Nebenwirkungen der Medikamente nicht mehr so ersichtlich sind.

Alles in allem fühle ich mich wohler. Woche für Woche mache ich kleine Schritte vorwärts zurück ins Leben. Manchmal geht es auch mal rückwärts. 
Denoch brauche ich noch immer Zeit, viel Zeit. Oftmals bin ich platt, wenn ich zu viel mache. Ich benötige ausreichend Schlaf und regelmäßiges Essen. Ich vertrage Stress nicht gut und bin langsamer. Ich sehne mich nach Harmonie und einem freundlichen Umgang mit meinen Mitmenschen. Ich bin empfindsamer geworden und stiller. Ich will vertrauen ins Leben. Ich will meinem
Körper vertrauen und mich stärken. Vom Innen ins Außen und vom Außen ins Innen. 

Dann übernehme ich mich wieder mit alltäglichen Dingen, die früher normal waren.  Folglich werde ich wachsam und muss inne halten. Ich bin noch immer am Lernen und Probieren und habe meinen Weg noch nicht gefunden. 

In der kommenden Woche bin ich bei einer spannenden Untersuchung dabei. Dabei soll herausgefunden werden, welcher Sport für mich am geeignetsten ist. Hier wird regelmäßig Blut vom Ohr entnommen, während ich in Bewegung bin.
Desweiteren bin ich beim Wundarzt, habe einen Check beim Hausarzt, Lymphdrainage, Krankengymnastik und besuche eine Hochzeit im Umkreis von München.

Ich wünsche Euch allen eine sonnige Woche und grüße Euch herzlich!

Monde und Jahre vergehen und sind immer vergangen, aber ein schöner Moment leuchtet das Leben hindurch. (Franz Grillparzer)

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Kommentare: 2
  • #1

    Melli (Sonntag, 18 Juni 2017 15:46)

    Oh es ist so schön zu sehen, dass es Dir beständig besser geht!! Und toll sehen deine Haare aus, schon so lange! Fühl dich gedrückt

  • #2

    Susanita (Mittwoch, 21 Juni 2017 21:45)

    Schön, dass du so eine tolle Zeit in Italien hattest!