# 54 Schau ins Land

Kaum war ich aus Italien zurück, nahm ich allerhand Termine wahr. Die Sportuntersuchung fand statt. 
Beim Radl fahren sollte ich 2,5 KW schaffen. Bei mir waren es 1,88 KW. Profisportler bestehen diesen Check im Übrigen mit 4,0 KW.

Die Untersuchung fand über die TU München statt.
Meine Wiedervorstellung zum Fitnesscheck ist nun in drei Monaten vorgesehen. Bis dato möchte ich mich noch mehr bewegen. Dabei soll ich besonders meinen Ausdauersport erhöhen. Am besten fünf Mal pro Woche radeln, schwimmen oder joggen. Zwei Mal davon mich so anstrengen, dass ich ins Schwitzen gerate. Dann darf es auch was sein, was Spaß macht - wie Zumba oder so.

Ich soll mit 20 min täglich beginnen und mich dann auf eine Stunde am Tag steigern.
Sport ist gesund und verhindert ein Rezidivrisiko bis zu 30 % Studien zufolge.

Die Hitze in der Stadt hatte mich tagelang strapaziert. 36 Grad im Schatten und die Wohnung bekam ich auch nicht kühl.
Dies bewirkte, dass meine Lymphknoten auf der rechten Seite unter der Achsel stark anschwollen. Bei der Lymphdrainage war meine Therapeutin besorgt. Jedes Mal wies sie mich daraufhin zum Arzt zu gehen. Dies tat ich dann auch umgehend.
In dieser Zeit war sie da, die Angst in meinem Gesicht. Ich hatte Angst, weil ich nicht verstand, was da passierte. Ich hatte Angst, dass da wieder was sein könnte. Ungewissheit. Beklemmung eben...
 
Es war alles gut. Blutwerte top. Ultraschall gut. 
Lymphknoten waren nur geschwollen. Mein Gynäkologe betonte, dass mein Körper mit der Hitze und der Wunde kämpfte. Ein normales Zeichen also. Ich war erleichtert.
Als die Hitze nachließ, ging die Schwellung zurück.

Beim letzten Wundcheck hieß es, es fehlen noch 15 Prozent bis die Wunde zu ist. 
Laut der Berechnung hätte die Wunde zu diesem Zeitpunkt verheilt sein müssen. 
Rückschritt. Dem war also nicht so.
Die Wunde war statt dessen größer geworden. 
Es waren nun 30 Prozent wieder offen. 
Angeblich heilen Wunden in der Hitze schlechter. 
Frustriert schaute ich rein. 

Ich sollte meine Reha wieder schieben. 

Es gab keine passenden Termine in der Klinik in Baden Würtemberg. Andere Wunschkliniken hatten auch keine Kapazitäten vor Ende August. Schließlich entschied ich mich dafür sämtliche Kliniken durchzutelefonieren. Eine Liste hatte ich mir inzwischen besorgt. 

Final fand ich einen Platz für Ende Juli in den Bergen in Oberbayern. Eine gemischte Klinik für Krebspatienten aller Art. Auch mit meiner Wunde würde ich dort aufgenommen werden.

Irgendwie mag ich jetzt zurück ins Leben. Am 18. Juli jährt sich mein Kranksein. 

Momentan bin ich eine Woche auf Sylt. Es ist mein letzter Urlaub bevor der Ernst des Lebens wieder losgeht. Ich genieße es durch den Sand zu laufen. Die See ist rauh, der Wind wild. Schön hier, so ursprünglich noch an vielen Stellen. Schickeria merke ich nur an den dafür bekannten Plätzen. Die Insel ist wunderschön. Hinzu kommt, dass ich hier abschalten kann.                 

Als Kind war ich gerne am Meer, Sandburgen bauen, Wattwandern, mich treiben lassen. 
Die Plätze auf der Insel haben tolle Namen. Schau ins Land oder Himmelsleiter. Fantasie gefällt mir. Lädt ein zum Tagträumen. Urlaub und Erholung eben.

Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. (Albert Einstein)

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Kommentare: 1
  • #1

    Conrad (Dienstag, 04 Juli 2017 21:32)

    Hello dear, glad to hear that even with the blocks falling slower into place than expected thinks are still going well. Hope you have a great time on the island and that soon you feel 1000% better. Love the blog..

Supergirls don't cry! Aber manchmal weinen sie! Sie schluchzen und müssen auch ins Tal der Tränen! Denn da muss man manchmal hin, damit das für die alte Seele auch erträglich ist! Es ist wie ein Hamam, danach kommt man butterweich und gefestigt zurück.