#71 Silvesterwünsche

Irgendwie mag ich diese Zeit zwischen den Jahren. Sie gibt uns die Möglichkeit für einen persönlichen Rückblick, für Rituale und zum Aufladen. Wir verbringen Zeit mit uns selbst und mit Menschen, die uns etwas bedeuten. 
Wir reflektieren und sortieren uns neu.
Zudem können wir mit den Erfahrungen abschließen, die wir gemacht haben. Wie erfreuen uns an dem neu Gelernten und spüren den Schmerz des Loslassens.

Rückblickend betrachtet war 2018 ein durchwachsenes Jahr für mich.  

Ich bin unendlich dankbar für die Geburt meiner Nichte. Pauline zaubert so viele Glücksmomemte in mein Leben, dass ich während der Zeit mir ihr, alles andere vergesse. Ich bin regelmäßig in Berlin und verbringe so auch viele Stunden mit meiner Schwester und ihrer Familie. Das ist sehr schön und diese Verbindung ist mir immens wichtig.

Zudem freue ich mich, dass ich einige Foto - und Schreibprojekte angegangen bin und mehr Dinge tue, die ich liebe. 

Das Reisen hatte ich im letzten Blog aufgezählt und auch die neuen zusätzlichen Aufgaben in meiner Arbeit machen mir Freude.
Skifahren und Wandern mache ich regelmäßig, zudem habe ich endlich das Kraulen gelernt. Ich habe mir ein Auto gekauft und genieße die neu gewonnene Freiheit.

Ich bedauere sehr, dass Wolfgang, ein Freund aus meiner Düsseldorfzeit, verstorben ist. 
Sein überraschender Tod hat mich sehr betrübt. 
Er war ein Anker für mich in vielen Lebenslagen und ich bin so dankbar, dass wir tolle Auflüge und Gespräche hatten. Auf seiner Beerdigung in Fürth habe ich viel geweint.

Um so mehr freue ich mich, wenn mir lieb gewonnene Menschen an meiner Seite bleiben.
Mir sind meine Freundschaften sehr wichtig und ich bin sehr dankbar für die Menschen, die mich begleiten. 

Gestern war ich skifahren und habe meine Zugangskarte verloren. Was hätte ich mich früher darüber geärgert? Diesmal war ich gelassen, schließlich kann ich es nicht ändern. 
Ich hatte Glück, die Karte wurde in der Gondel gefunden und 10 min später am Berg übergeben. 

Die Sache mit dem Rezidiv hat mich in 2018 sehr gebeutelt. Mein Wunsch war so stark ein normales Leben zu führen, dass ich ziemlich unsanft auf dem Boden der Tatsachen aufwachte. Mein Projekt Partnerschaft hat leider nicht in 2018 geklappt. Ich wünsche mir, dass das Glück in der Liebe in 2019 erfüllt wird.
Mittlerweile habe ich begriffen, dass ich die Zeit alleine brauchte. Auch die Suche über eine Partnerbörse war zwecklos. Ich bin endlich wieder bereit für eine Beziehung und das ist gut so.
Ich habe wieder Vertrauen in mich selbst gefunden. Trotz Therapie. Trotz Narben, trotz allem.
Ehrlich gesagt mag ich mich jetzt lieber.

Ich habe meinen Körper fit gemacht und drei bis vier Sporteinheiten pro Woche durchgezogen. 

Auch über den Status quo bin ich zufrieden:
Mein erster Chemozyklus ist bald vorüber. 
Die Nebenwirkungen waren machbar und ich konnte meinen Plan vom Arbeiten mit Homeoffice und Büro in Verbindung mit Urlaub und Krankmeldung gut durchführen. Bis auf Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Gliederschmerzen, ab und an schwach und müde sein, wurde ich verschont. 
Nur im Blut ist die Therapie sichtbar.
In der ersten Woche sanken die weißen Blutkörperchen auf 2300 ab (normal sind 5000) und in der zweiten Woche, waren es die Blutplättchen, die auf 24 000 fielen (normal sind 150 000).
Das ist äußerst wenig. Für die weißen Blutkörperchen gibt es die mir bekannten Spritzen in den Bauch. Bei den Thrombos, den Blutplättchen, kann ich bis auf eine Bluttransfusion nicht viel unternehmen. Da ich persönlich überzeugt davon bin, dass Bewegung immer hilft, habe ich Yoga und Nordic Walking gemacht. Bislang keine Transfusion.

Tags darauf hatte ich 45 000 Thrombozyten erreicht. Nach Rücksprache mit meinem Arzt durfte ich sogar zum Skifahren. Blutplättchen sind zuständig für die Blutgerinnung, ich muss daher aufpassen, dass ich mich nicht verletze und darf derzeit kein Aspirin nehmen.
In drei Tagen findet die nächste Blutabnahme statt. Für eine Chemotherapie benötige ich einen Mindestwert von 80 000 Thrombos.
Daher stehen die nächsten Tage unter dem Motto Bewegung.

Zur Zeit brauche ich Zeit mit der Familie. Ich bin auf dem Weg zu meinen Großeltern, sehe später meine Mutter und morgen meine Tante. 

Ich wünsche jedem Einzelnen von Euch einen guten Rutsch in ein tolles neues Jahr. Fühlt Euch fest umarmt von mir! 
Ein großes Prosit auf ein glückliches und gesundes 2019 voller Liebe 💕!!

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Susanita (Sonntag, 30 Dezember 2018 21:58)

    Immer wieder spannend zu lesen... Alles alles Gute für 2019!